Für den guten Zweck

11.06.2017 | Stuttgart, Deutschland


Es gibt eine Frage, die in den letzten Tagen häufiger gestellt wurde, als alle anderen:

„Sagt mal, ihr seid mit 3 Autos losgefahren und mit 90 kg persönlichen Gegenständen zurückgekommen. Was ist denn mit eurem Zeug passiert?“

Diese Antwort sind wir euch in der Tat noch schuldig!

Unsere Autos waren am Anfang vollgestopft, will sagen: völlig überladen.

Im Focus waren in der Dachbox und im Kofferraum Hilfsgüter für das SOS-Kinderdorf untergebracht. Außerdem hatten hier die Mitbringsel für die verschiedenen Rallyeaufgaben, Campingausrüstung und die Waschwasserkanister ihren Platz.

Die selbstgezimmerte Dachbox des Escort war ebenfalls mit Hilfsgütern fürs SOS-Kinderdorf gefüllt. Im Kofferraum befand sich hier hauptsächlich Werkzeug und unsere Drohne für die Filmaufnahmen aus der Luft.

Der Zafira war unser mobiles Bad und Küche. Hier waren Essen, Spülzeug, Kochutensilien und Frischwasser untergebracht. Auf dem Dach transportierte der Zafira unsere Reifen.

Jeder von uns hatte in einem Auto seinen fixen Schlafplatz. Unter diesem auf Höhe der hinteren Tür hatten wir Platz für unser privates Gepäck, für jeden gerade genug für eine kleine Reisetasche und ein Handgepäck. Auf den Matratzen lagen unsere Kissen und Schlafsäcke.

Als wir so komplett vollgepackt beim Start in Oberstaufen noch Bier und Schulränzen für weitere Rallyeaufgaben bekamen, mussten auch die auf die Matratzen ausweichen und nachts, wenn wir schlafen wollten, auf Fahrer- und Beifahrersitz verschoben werden.

Die ganze Packsituation entspannte sich nach vier Tagen deutlich, nachdem wir die 80 Schultaschen, Klamotten, Blöcke und Kuscheltiere im Umfang von über 200 Kilogramm im SOS-Kinderdorf in Tirana abgeladen hatten. Da dort aber kaum Zeit war, packten wir erst an der griechisch-türkischen Grenze unsere Autos um, Benzinkanister kamen mit anderem leichten Werkzeug in die Dachbox des Escort, der Focus übernahm Teile des Essens und die Objekte für die Rallyeaufgaben kamen in die Dachbox des Focus. Plötzlich war nicht nur das tägliche Ein- und Ausräumen des Essens, sondern auch der Platz für persönliche Dinge deutlich entspannter.

In der Türkei, in Israel und in Jordanien wurden wir dann nach und nach die Rallyeobjekte los: Trikot und Fußbälle in Riva, eine Rose in Istanbul, Verkehrsschilder und Fahrzeuge im Rallyepark, Scout-Schulränzen in Akcay, Neve Shalom und Al-Hamra, Flohmarktteile und Musikinstrumente in Be’er Sheva, und das Bobbycar bei den syrischen Flüchtlingskindern in Al-Hamra.

Unser Werkzeug, die Autoradios, die Ersatzreifen, die LED-Scheinwerfer, die Dachbox des Escort, unsere Kanister, die Zelte und Isomatten und die Funkgeräte machten wir in den letzten Rallyetagen zu Geld, die Dachbox des Focus tauschten wir in unserem Tauchshop gegen ein Abendessen in toller Gesellschaft.

Die Drohne und zwei Funkgeräte nahmen wir im Handgepäck wieder mit nach Deutschland.

Alle restlichen Dinge, wie abgetragene Klamotten, Kissen, Decken und überschüssiges Essen vermachten wir dem befreundeten Team 25 Ka(r)ma, die alles in das SOS-Kinderdorf nach Aqaba fuhren. Nach unseren überwältigenden Erlebnissen in Tirana sind wir sicher, dass damit an der richtigen Stelle geholfen ist.

Und mit den Autos? Naja, das wissen wir leider selbst nicht so genau. Es war angedacht, eine große Versteigerung anzuleiern, mit den Autos und allem, was darin liegt. Recht schnell zeichnete sich aber ab, dass das nichts wird, weshalb wir (auch entgegen der Empfehlung des OK) schauten, unsere Autos so leer wie möglich abzugeben. Wir können nur hoffen, dass die hervorragend laufenden Autos nicht ungesehen zu Ersatzteillagern gemacht werden, sondern noch für eine Weile im gesamten gefahren werden.

Man kann also festhalten, dass ein Großteil unseres Gepäcks durchaus für den guten Zweck war und wir auch sonst geschaut haben, dass die Dinge, die wir dabei hatten sinnvoll weiterverwendet werden.






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