Auf dem Standstreifen nach Istanbul

13.05.2017 | Istanbul, Türkei


Um 7.15 Uhr an der griechisch-türkischen Grenze angekommen ließen uns die griechischen Behörden ohne Probleme durch. Dies war jedoch das Ende unserer Glückssträhne… Die türkische Grenzkontrolle war circa 1 km entfernt und uns versperrten circa 40 LKWs auf der einspurigen Strecke den Weg. Von einem vorankommen konnte man auch nicht sprechen, da die türkischen Behörden anscheinend nicht arbeiteten. Die LKWs standen dabei nicht nur auf der einen Spur, sondern nutzten auch jeden geringen Platz um sich möglichst gut zu positionieren, falls es dann doch mal los geht. Selbst die Tankstelle war komplett zugestellt.

Wir nutzten die Zeit um unsere Autos umzupacken. Wir hatten viele Sachen im SOS Kinderdorf gelassen, jedoch nicht die Zeit gefunden um unsere Sachen sinnvoll neu zu verstauen. Nun leben wir diesbezüglich zumindest im Luxus. Es blieb nur das Problems mit dem Warten, denn es schien, dass wir hier noch 5 Stunden festsitzen.

Als gute Ingenieure gibt man sich damit jedoch nicht zufrieden und fängt an Tetris mit vielen LKWs zu spielen um eine kleine Durchfahrt für uns zu finden. Mittlerweile hatten wir herausgefunden, dass wir als PKW durchkönnen, wenn wir es bis zur Kontrolle schaffen. Nach dem Durchsprechen von vielen Möglichkeiten und einer Stunde planen starteten wir die Aktion „Ab durch die Mitte“. Dabei galt für uns einfach nur vorzukommen und gleichzeitig ein bisschen zu verhindern, dass andere uns den neuen Weg verbauen. Insgesamt mussten sich nur drei LKWs bewegen doch das sorgte für viel Wirbel bei allen anderen Fahrern. Wir waren schon über die Tankstelle und durch kleine Lücken gefahren, doch plötzlich fuhr ein LKW uns mitten in den Weg. Unser Weg über eine parallele Baustelle neben der LKW-Spur war versperrt und wir standen umringt von vielen LKWs. Während der gesamten Zeit halfen uns LKW-Fahrer aus umliegenden Fahrzeugen. Sie unterstützen uns, sprachen sich untereinander ab und versuchten uns andere Wege zu zeigen. Am Ende hatte sich die türkische Grenze doch noch begnügt zu arbeiten und die Schlange bewegte sich soweit, dass wir auf den seitlichen Schotterweg kamen und wir an vielen LKWs vorbeifahren konnten.

Die türkische Grenze selbst ist bei allen Teams sehr gefürchtet. So musste ein Team komplett auspacken, was natürlich Zeit und Neven kostet. Wir hingegen hatten keine großen Probleme. Unsere Pässe wurden dreimal kontrolliert und ein Blick eines Zöllners überall ins Auto gehören da zum geringsten Übel. Wir waren froh, dass es so gut geklappt hatte und sahen positiv Richtung Istanbul, wo heute sowohl eine Kolonne aller Teams durch die Stadt und ein Spiel gegen eine Auswahl der türkischen Nationalmannschaft stattfinden sollte.

Das war der Plan, jedoch machte uns unser Zafira einen Strich durch die Rechnung. Der Zafira hat ein altbekanntes Problem, denn er geht ab und zu einfach aus. In Deutschland bei der Vorbereitung hatten wir damit nur geringe Probleme. Auf Verdacht wechselten wir den Kurbelwellensensor, aber auf der Fahrt zum Start ging er nochmals aus. Dies war das letzte Mal wo wir Probleme hatten… bis jetzt. Bei den Fahrten der letzten Tage machte er keine Probleme, jedoch nun nach circa 20 Stunden Laufzeit, fast 1000 Kilometern und kurz nach der Grenze ging er wieder aus. Dies wiederholte sich nun so oft, dass eine Weiterfahrt keinen Sinn mehr machte. Es hieß nun Schleppen! Von einem Mann erfuhren wir von Werkstätten 20 Kilometer weiter. Diese sollten uns helfen können. Mit Teamarbeit erreichten wir diese nach einer Stunde und fanden auch eine Werkstatt die uns helfen wollte. Jedoch lässt sich der Fehler nicht auslesen und ein zuverlässiges Reproduzieren war auch nicht möglich. Wie bei einem Vorführeffekt lief der Zafira ohne Probleme. Uns blieb nichts übrig als einfach weiter zu fahren und zu hoffen die 160 Kilometer bis Istanbul noch zu schaffen. Naja man kann sich denken, dass es nicht so glatt lief. Nach mehreren Aussetzern kamen wir zu einer Opel Werkstatt, die uns helfen wollte aber ebenfalls nichts finden konnte. Aus unseren sporadisch übersetzten Beschreibungen des Fehlers wurde auf das Motorsteuergerät geschlossen. Es würde nur eine Woche dauern bis alles fertig ist… Als wir unser Anliegen doch noch genauer beschrieben, dass wir eigentlich heute eine Lösung suchen, kam die Idee eines CPU-Hackers auf, der uns helfen sollte. Dieser war in der Mitte von Istanbul, wo man zunächst mal hinfinden muss. Phil und Jani schnappten sich den Escort und brachten mal unser Trikot (auch eine Rallye-Aufgabe) schon vorab zum Sammelpunkt, dem Hauptquartier des türkischen Fußballverbandes, wo die Trikotübergabe stattfand und das Testspiel gegen eine Auswahl der türkischen Nationalmannschaft stattfand. Der Rest suchte nach dem Händler was nicht ganz einfach war, denn wir hatten nur einen Standort und fast alle sprachen nur türkisch. Noch dazu gibt es da nicht einfach eine Werkstatt, sondern sind da extrem viele kleine Werkstätten auf einem Haufen. Genauer gesagt reiht sich da jede Werkstatt an die nächste und jede schafft gerade an etwas Anderem. Nach längerem Suchen konnten wir unseren Spezialisten ausmachen, wobei sich zwei Mitarbeiter direkt ans Werk machten ohne, dass wir überhaupt erklären konnten was überhaupt der Fehler ist. Offenbar hatte die Opel Werkstatt schon viel erzählt. Nach 2 Stunden Schrauben und Warten war ein neues Gerät und neue Zündkerzen fertig eingebaut und wir freuten uns, dass wir endlich weiterkönnen und hoffentlich diesen Fehler nicht mehr haben. Naja zu früh gefreut, denn an der nächsten Straßenecke war die Abgasleuchte an. Wir sind direkt umgedreht und trafen die Mitarbeiter noch vor dem Feierabend an. Nach einer weiteren Stunde warten hatten wir nun wiederum ein neues Gerät eingebaut. Damit konnten wir nun auch endlich abziehen und fuhren komplett durch Istanbul bis zum Fahrerlager. Der Fehler trat nun nicht mehr auf, wobei wir auch skeptisch sind, da dieser gerne auch mal ein paar Tage auf sich warten lässt, wie die Erfahrung gezeigt hat. Naja jetzt wir gerade das Beste und sind froh endlich alle im Fahrerlager angekommen zu sein.






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2 Kommentare zu diesem Eintrag

brommer
13.05.2017 um 10:07

Scheissverfluchte elektronik.fahrt gut weiter.wann geht's auf die Fähre .?.?
brommer
13.05.2017 um 10:09

Schön,dass es mit den Kids gut ging

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