Der Charitytag

24.05.2017 | Negev Wüste, Israel


Heute Morgen ging es gegen 10 Uhr von unserem Schlafplatz am Meer in Jaffa, Tel Aviv, los zu einer etwa eine Autostunde entfernten Schule bzw. Dorfgemeinschaft. Vorher hatten Toby und Jani den Vormittag genutzt um Jaffa bei Tag noch etwas zu erkunden. Wie immer hat das Team 101 Nacht den Weg dorthin natürlich nicht pünktlich geschafft und so liefen wir mit etwa einer halbe Stunde Verspätung in der Schule unter Begrüßungsliedern der 55 Schulkinder in Newe Schalom ein. Das ganze Dorf ist eine von verschiedenen - auch europäischen - Organisationen unterstütze Lebensgemeinschaft, in der Araber und Juden friedlich zusammen leben. So werden in der Grundschule sowohl hebräisch als auch arabisch unterrichtet. Auch haben sich die Kinder selbst auf einen zusätzlichen, gemeinsamen Feiertag beider Religionen geeinigt (welches Kind würde sich auch nicht auf einen zusätzlichen Feiertag einigen? ;) ). Nach den üblichen Begrüßungsworten und der Vorstellung der Schule, teilten wir auch hier im sehr angenehm klimatisierten Zirkuszelt die aus Oberstaufen mitgebrachten Schulranzen aus. Ein kleiner Erfrischungsdrink rundete unsere Besuch samt strahlender Kindergesichter hier ab und wir machten uns auf den Weg zum Mony Weingut.

Das Roadbook lotste uns hierzu mittels (wie seit Israel üblich) Bilderrätseln auf eine Offroadstraße. Harte Schlaglochaction war also wieder angesagt. Wir grüßen an dieser Stelle alle unsere Stoßdämpfer und Fahrwerkskomponenten. Am Weingut angekommen gab es gleich zu Beginn crepesartige Fladen, die wahlweise mit Nutella oder einer Frischkäse-Gewürze-Mischung belegt waren, genauer Zatar. Die Fladen wurden auf einer konischen Backfläche gebraten, das ist die klassische beduinische Backart. Nach ein paar Roadbookaufgaben ging es danach weiter zu den Columbarium Caves zu den Midras Ruinen.

In der Höhle, zu der eine kleine Wanderung nötig war, wurden uns kleine Fläschen übergeben, die wir im weiteren Rallyegeschehen benötigen würden und für das Abfüllen von Wasser vom Jordan benutzen sollen. Die Höhle an sich war mit kleinen Scharten übersäht, die von Menschen dort für die Taubenzucht verwendet wurden. Eine Taube war sogar auf ihrem Nest gesessen, wobei diese sich wahrscheinlich nicht eines Bratenspießes als Schicksal hingeben musste, wie ihre Vorgänger.

Im Anschluss ging es über einen Supermarkteinkauf, bei dem unsere Wasservorräte auf Vordermann gebracht wurden und Aceton zum Entfernen der teamfremden Logos auf unseren Motorhauben geholt wurde Richtung Negev-Wüste. Dort stand der Besuch einer Einrichtung für Drogenabhängige an. Die Ruha Midbar (The Desert Spirit) ist das erste drogentherapeutische Camp in Südisrael. Auch hier kamen wir natürlich etwas zu spät, das hinderte uns aber nicht während der üblichen Reden von Wilfried ein paar Snacks, die bereit standen, zu uns zu nehmen. Wie im Roadbook beschrieben war, mussten wir auf dem Weg von Oberstaufen hierher die Instrumente, die wir am Start austauschten, lernen und darauf Bruder Jakob und Alle meine Entchen spielen. Wir erhielten eine komische Flöte, auf der Phil sein bestes gab, und eine Muschel, die von Carsten als Rhythmusgeber verwendet wurde.  Das Vorspiel des gesamten „Allgäu-Orient-Rallye-Orchesters“ glich eher einem Katzenjammer, wurde aber von den Gastgebern mit Applaus belohnt – Anstandsapplaus nennt man das wahrscheinlich :P

Am Abend danach ging es in das Wüstencamp in der Negev-Wüste. Es war ein Getränkewagen aufgebaut und daneben eine Musikanlage. So wurde nach unserem typisch israelischen Houmous-Abendessen und einer kleinen Erkundung der Umgebung im Dunkeln noch bis spät in den Abend im aufgekommenen Wüstensturm getanzt – eine spannende Erfahrung.






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