Der Pannentag

16.05.2017 | Balikesir, Türkei


Mittlerweile sind wir nun den 9. Tag unterwegs. Heute starten wir gemütlich um 7:30 Uhr mit unserem typischen Frühstück. Dabei hat jeder schon seine eigenen Vorlieben: Brot, Porridge (Johnnys komischer, warmer Haferflockenschleim) oder Müsli stehen dabei immer zur Auswahl. Wobei bei manchen auch schon aufgrund des akuten Schlafmangels das morgendliche Hungergefühl nachgelassen hat.

Zum heutigen Start versammelten wir uns gemeinsam auf dem Marktplatz des Örtchens Haymana. Seit wir in Fahrerlagern schlafen, gibt es jeden Morgen einen gesetzten Starttermin bei dem wir auch unseren Stempel für die Nacht in unser Roadbook bekommen. Generell ist jeder Stempel Punkte wert die später über den Sieg entscheiden. Manche bekommt man sofort, beispielsweise beim Pflanzen unserer Rosen, andere erst später durch einen Bildbeweis. Auf dem Marktplatz hielt der Bürgermeister noch eine Rede und pries das Wasser des Ortes an. Wir warteten noch auf den Focus der Wasser und eine SIM-Karte besorgte, dass wir euch auf dem Laufenden halten können.

Endlich auf der Strecke kamen wir gut voran, da es sich um eine gut ausgebaute Schnellstraße handelt. Ohne diese würden wir die Distanzen nicht schaffen, jedoch geht hier leider auch die Aussicht ein wenig unter. Schlaglöcher und Bodenwellen sind hier auch trotzdem vorhanden, wovon dem Zafira letzteres zum Verhängnis wurde. Zuerst dachten wir das Wackeln und Rattern wären die Bodenwellen oder auf dem Dach hätte sich etwas gelöst. Als aber das ganze Auto nach den Bodenwellen weiter wackelte galt es nur noch auf den Standstreifen zu kommen. Dort zeigte sich auch das kleine Problem: Wir fuhren nur noch auf der Felge. Vom Reifen waren noch ein paar Fetzen übrig. Den Rest fanden wir auf der Gegenfahrbahn über der Leitplanke. Dort hatte es zum Glück niemanden getroffen. Wir haben ganz vorbildgerecht Warnwesten angezogen und ein Warndreieck aufgestellt. Ob das nicht mehr Verwirrung gestiftet hat, als dass es die Einheimischen gewarnt hat bleibt offen, denn wir hatten hier noch nie ein Warndreieck oder ähnliches gesehen. Innerhalb von 20 Minuten war der neue Reifen montiert und wir konnten nach zwei Stopps an Tankstellen zum Luftdruck prüfen und Schrauben nachziehen unsere Fahrt fortsetzen. Die alte Felge haben wir mal mitgenommen, falls wir nochmal Reifen besorgen müssen. Man kann ja nie wissen, was noch kommt.

Unsere Strecke führte uns nach Bursa um ein Rezept eines speziellen Döners zu besorgen, den Iskender. Durch den Tipp einer Dame an einer Tankstelle wussten wir, wo dieser erfunden wurden und machten uns auf dem Weg. Das hieß aber mitten durch die Stadt, mal wieder mitten durch den Stau. Wir schoben uns durch die Stadt auf der Suche nach dem Restaurant. Wenn man es auf dem Live-Tracking mit den anderen Teams vergleicht fanden wir es auch verhältnismäßig schnell. Der Iskender selbst ist Lammfleisch geschnitten wie bei einem Döner auf kleinen Brotstücken mit Paprika-Gewürz und etwas Tomatensoße. Dazu gibt es gegrillte Aubergine, gegrillte Peperoni und Joghurtsoße. Am Tisch wird das Ganze mit geschmolzener Butter übergossen. Wir gönnten uns dies, da es in diesem Restaurant ja schließlich das Original ist. Das Restaurant selbst serviert dort auch nur den Iskender und wirkte auf uns sehr gehoben. Wir kamen uns ein wenig fehl am Platz vor, jedoch waren auch schon viele andere Teams da, sodass sie schon ein wenig wussten was Sache ist. Das Rezept das wir dort bekommen haben, war auch nicht sehr viel ausführlicher aber sollte zur Erfüllung der Aufgabe reichen.

Zurück auf der Strecke fuhren wir nicht die bequeme Route sondern hatten uns eine Panoramastraße ausgesucht, die wir passend zum Sonnenuntergang erklommen. Leider fing unsere schöne, aerodynamische Kiste an von links nach rechts und anders herum zu rutschen. Diese hatte sich schon leicht beim Rennen bewegt, wodurch unsere blaue 101 im Moment außer Betrieb ist. Wir stoppten, um die Kiste leichter zu machen und mit Spanngurten zusätzlich festzuzurren. Durch die Nacht fuhren wir nun unserem Ziel entgegen, wobei die Autos in den Kurven gut ausgefahren wurden.

Das Tagesziel lag in Balikeysir, wo wir auf dem Parkplatz eines Schwimmbads schliefen. Wie es am nächsten Tag weiter geht, ging nur als Gerücht rum. Wir sind mittlerweile schon darauf eingestellt, dass es spontane Informationen gibt. Es kann passieren, dass sich abends um 22 Uhr das Ziel für den nächsten Tag noch ändert oder so. Deswegen planen wir hier nicht mehr viel und fahren einfach. Da der Tag anstrengend war, gingen wir auch zeitnah ins Bett.






TEILEN

1 Kommentar zu diesem Eintrag

brommer
16.05.2017 um 22:49

Gute Fahrt weiterhin.danke für die infos

Einen Kommentar hinterlassen:

Name:
Email:
Kommentar: