Eiskalte Wecker und Schlafplatzodyssee

20.05.2017 | Mersin, Türkei


Heute Morgen wurden wir sehr unsanft durch ein Unwetter mit golfballgroßen Hagelkörnern geweckt, die auf unsere Dächer trommelten. Durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit und die manuellen Fensterheber hat es gerade im Escort etwas länger gedauert bis alle Fenster verschlossen waren. Der heftige Gewitterregen ist sogar durch die Türdichtung gedrungen, durch die die Kabel der Zusatzbeleuchtung geführt wurden. Kurzerhand wurde das Rinnsal mit einer Trinkflasche aufgefangen – immerhin über ein halber Liter Wasser ist zusammen gekommen. Nach der bisher schönsten Dusche im Spa-Bereich des Hotels auf dessen Parkplatz wir standen, sind wir aufgebrochen.

Die Route führte uns heute an der Mittelmeerküste entlang. So wie wir jedoch Alanya durchquert und viele Kilometer hinter uns gelassen haben, verwandelte sich der Strand in eine beeindruckende naturbelassene Landschaft mit Bergen, die sich steil aus dem Meer erheben. Unsere wunderschöne Küstenstraße schlängelte sich in erhabener Höhe daran entlang.

Etwa 60 Kilometer vor Mersin sprangen wir von den letzten Sonnenstrahlen begleitet ins Mittelmeer. Die kleine Bucht lag zwischen Ausgrabungsstätten und unserer Straße. Der Strand war leider auch teilweise vermüllt aber im Wasser genossen wir die Wellen. Interessant ist, dass selbst dieser kleine Strand von der Gendarmerie bewacht war. Als die Sonne allerdings hinter den Gipfeln verschwand, machten wir uns zügig wieder auf den Weg.

Das heutige vorläufige Ziel war der Hafen von Mersin, in dem wir unsere Autos auf eine Fähre verladen sollten. Dies dient dazu die Gebiete um Syrien zu umschiffen. Da wir jedoch nicht mit der Fähre fahren dürfen, mussten wir uns vorläufig von unseren, geliebten Autos und damit unseren Schlafplätzen verabschieden. Am Hafen angekommen, packten wir bereits in der Autoschlange wartend unsere Sachen, die wir während des Fährtransports nicht im Auto belassen wollten und für die nächsten zwei Tage benötigen. Der Plan als letztes Team verladen zu werden, um noch entspannt kochen und im Auto zu schlafen, wurde kurzerhand verworfen, da nicht einmal eine handvoll Teams vor uns wartete. Auf die Schnelle wurde noch „Ekmek“, türkisches Brot, gekauft um sich über die nächsten Stunden ohne Kocher zu retten.

Am Zoll gab es zufällige, verdachtsunabhängige Intensivkontrollen und natürlich wurde zufällig und verdachtsunabhängig eines unserer Autos ausgewählt. Jani und Phil bekamen die Anweisung persönliche Gegenstände auf einen Wagen zu legen. Zwei Taschen mit Klamotten waren schnell gefunden, ein nasses Handtuch und ein Schlafsack haben den Berg, der geröntgt werden musste, noch etwas vergrößert. Welche Sachen dabei untersucht wurde, war unsere Entscheidung, sodass das halbe Auto und die komplette Dachbox voll blieben. Als schließlich das Auto auch noch geröntgt werden sollte, reichte ein Kommentar, dass wir doch bereits geröntgt wurden, um diesen Arbeitsschritt zu sparen. Wir standen mittlerweile auf einem Zwischenparkplatz, auf dem immer blockweise ein paar Autos vom Zoll bearbeitet wurden bevor sie zum Transportschiff geleitet wurden. Leider kannte das Leitfahrzeug nicht die Position unseres Schiffes im Hafen, was eine längere, durchaus beeindruckende Tour durch den Frachtbereich des Hafens zur Folge hatte. Dabei ging es beispielsweise an Marineschiffen vorbei oder unter großen Verladebrücken durch, bis schließlich am anderen Ende unser Schiff, die Muirneag, stand. Das Verladen selbst ging dann schnell und nach einer geraumen Wartezeit ging es endlich mit einem Bus zurück zum Eingang.

Am Eingang gab es erstmal große Verwirrung wie es jetzt genau weitergeht. Wir mussten spätestens am Sonntag in Adana sein, da dort der nächste Flughafen ist. Vom Organisationskomitee war hier nur teilweise vorgesorgt, wobei natürlich zusätzliche Kosten auf uns zukommen. Wir und mehrere andere Teams haben das nicht ganz eingesehen, da wir schon sehr viel für den Flug und die Fähre zahlen und dies eigentlich als inklusive beschrieben wurde. Wir entschieden uns den Bus zum Hotel nach Adana einfach auch zu nehmen. Bis dieser da war, schliefen wir ein wenig auf der Straße. Schließlich sind wir um 4:30 Uhr in Adana endlich angekommen. Das Hotel war komplett ausgebucht und der Deal, dass wir für 1,5 Nächte günstig einchecken können, gab es auch nicht. Wir hatten nicht reserviert und konnten uns deswegen nur bedingt beschweren. Jedoch war auch für alle anderen kein Platz mehr. Viele machten sich dann die Lobby und den Aufenthaltsraum zu eigen, da jeder sehr müde war. Wir hatten uns auch schon in einem kleinen Nebenraum unsere Plätze gesichert, als auf Druck von uns der Portier bei einem anderen Hotel Zimmer organisierte. Die 200 Meter wurden wir sogar gefahren, bis dann herauskam, dass auch hier ein Deal oder ähnliches nicht existierte. Da wir weiterhin keine Lust hatten unsere Low-Budget-Policy aufzugeben entschieden wir uns für drei Doppelzimmer aber erst für die nächste Nacht. Die Zimmer sollten erst um 10 Uhr fertig sein, sodass wir hier wiederum die Sofas in der Lobby in Beschlag nahmen. Freundlicherweise wurden wir um 7 Uhr geweckt und konnten ziemlich fertig in unsere Betten fallen.






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