Rocky Road to Tirana

10.05.2017 | Tirana, Albanien


Der heutige Tag begann mit einem Frühstück in Kravice mit Aussicht zum Wasserfall. Die Location wurde abermals für den Einsatz der Drohne genutzt bei immer mehr aufklarendem Himmel. Während dem Frühstück haben wir noch unsere leeren Funkgeräte an einer öffentlich verfügbaren Steckdose geladen – ein Dank an dieser Stelle an die Holzhütte ;)

Zur Mittagszeit erreichten wir dann Montenegro. Den nicht ganz ernst gemeinten Hinweis des Grenzbeamten, dass Ford besser als Opel sei, wurde im Zafira gekonnt weggelächelt. In Montenegro haben wir uns zuerst ordentlich verfahren. Dabie nahm Jani auch schon seine zweite rote Ampel unterwegs mit. Zu seiner Veteidigung sei angemerkt, dass diese temporäre Baustellenampel auch nicht wirklich einsehbar war. Der eigentliche Weg führte mitten durch das Kiesbett einer Baustelle, inklusive eines Aufsetzers unseres Lowriders, dem Escort. Wo wir gerade beim Thema Escort sind: Auf einer engen Landstraße wurde die Fahrbahn in einer 90 Grad Kurve von zwei auf eine reduziert und genau in dem Moment kamen uns natürlich zwei LKWs entgegen. Der Ford Focus und der Opel Zafira meisterten diese Bremsprüfung samt elektronischer Hilfen gekonnt – beim Escort hingegen gab es etwas schwarzen Abrieb auf der Straße, dafür sind aber alle Stoßstangen noch ganz =)

In Montenegro führte uns die Route weiter ans Mittelmeer mit überragender Aussicht in die Bucht bei Kotor. Der Zafira hatte bei einer Bergabfahrt nochmals seinen berühmten Fehler mit dem ausgehen, den wir erst gar nicht bemerkt haben; der Neustart gelang nach wenigen Minuten gewohnt problemlos. Ärgerlich war an unserer Küstenstrecke allerdings, dass der Tunnel nach Kotor in Blockabfertigung betrieben wurde und wir uns etwa eine Stunde in den Stau stellten. Die Zeit wurde allerdings mit einem Essen auf Rädern überbrückt: Johnny hüpfte von Auto zu Auto und versorgte alle Fahrer mit einem Mittagessen. Im Zafira wurde anschließend überragenderweise, als es los in den Tunnel ging, der Motor abgewürgt und ließ sich erstmal nicht wieder starten. Nach bangen zehn Startversuchen ließ sich der 1.8er Motor wieder überreden und die Reise ging weiter. Kurz hinter Kotor wurden wir zum ersten Mal heute wegen angeblich überhöhter Geschwindigkeit von der Polizei angehalten. Nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten ("No English!") hatte der Polizist aber dann doch keine Lust und ließ uns weiterfahren.

Im Anschluss brachen wir unsere geplante Route wegen zu enger Gassen ab und kamen über einen kleinen Umweg zur Grenze nach Albanien. Dort erfuhren wir vom SOS Kinderdorf, dass wir in jedem Fall zu spät für die Übergabe der Spenden sein werden, da die Kinder nur von 11 – 16 Uhr verfügbar seien und es bereits fortgeschrittener Nachmittag war. Der neue Plan war nun die Kinder morgen früh zu besuchen, in der Nacht lange zu schlafen und die dann verbleibenden über 1000km nach Istanbul am Stück zu fahren.

Trotzdem nahmen wir unsere Fahrt nach Tirana auf. Dabei hätten wir fast aus Versehen eine Autobahn verwendet, was wir gerade noch mit etwas Rückwärtsfahraktion auf dem Standstreifen abwenden konnten. Bei der Landstraßenumfahrung hat unser Lowrider mehrmals bei Speedbumps ein Hitzeschutzblech hängen lassen, das wir später richten sollten. Bei einem erneuten abendlichen Verfahrer hat uns ein italienisch sprechender Local mit seinem Auto den korrekten Weg auf die Landstraße gewiesen, nachdem wir uns doch ziemlich unwohl auf der Schlaglochstrecke fühlten. Auch in Albanien wurden wir zweimal von der Polizei angehalten, allerdings wollten die entgegen unserer Befürchtungen nur Hallo sagen, nachdem sie unsere bunt bemalten Autos mit den deutschen Kennzeichen gesehen hatten. Allgemein sind die Albanier große Fans von Deutschen und deutschen Produkten. Das sieht man auch daran, dass ein Großteil der umherfahrenden Autos alte deutsche Fabrikate sind.

Kurz vor 21 Uhr am Abend erreichten wir dann Tirana, die Hauptstadt Albaniens. Der Stadtverkehr ist ein einziges Chaos, der Verkehr wird auf Hauptstraßen vierspurig ohne jegliche Fahrbahnmarkierung (zumindest nachts nicht sichtbar) auf zum Teil abnormalen Schlaglochstrecken geführt. Das scheint die lokale Bevölkerung allerdings wenig zu interessieren oder sie nehmen das gerade deswegen als Anreiz möglichst schnell über die Schlaglöcher zu fahren. Auch zweispurige Kreisverkehre werden gerne von mehr als 3 Autos gleichzeitig durchfahren. Schlussendlich haben wir das SOS Kinderdorf unter anderem mit Hilfe der Polizei am Abend gefunden, im Hotel daneben Abend gegessen und uns früher als normal schlafen gelegt. Dabei waren unsere blauen Lichter auf dem Dach enorm hilfreich. Im dichten Stadtverkehr hatten die Fahrer deutlich besser im Blick, ob wir nach wie vor als Kolonne zusammen unterwegs waren, denn die blauen LED-Streifen auf dem Dach ließen sich von weitem ohne weiteres erkennen.






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