SOS-Kinderdorf

10.05.2017 | Tirana, Albanien


Neben den von der Rallyeleitung organisierten Charity-Aufgaben ist es üblich, dass sich jedes Team ein Projekt auf dem Weg aussucht und dieses gezielt unterstützt. Auch wir wollten diese Tradition fortsetzen. Da keiner von uns privat ein Hilfsprojekt auf dem Weg kannte, kam schnell die Idee auf, wir könnten ein SOS-Kinderdorf unterstützen. Je nach Streckenplanung kamen verschiedene Kinderdörfer in Frage. Nachdem allerdings klar war, dass wir die landschaftlich schöne Balkanroute nehmen würden, fiel die Wahl endgültig auf das SOS-Kinderdorf in Albanien.

Durch die Mithilfe der deutschen Kolleginnen war auch schnell Kontakt hergestellt. Es stellte sich ebenfalls zügig heraus, dass Hilfe in Form von Sachspenden sehr gerne gesehen war und sich die Verantwortlichen vor Ort sehr über einen Besuch von uns freuen würden. Konkret wünschten sie sich Schultaschen, Sportbekleidung und Kinderschuhe.

Am dritten Tag unserer Reise war es endlich so weit. Wir kamen abends in Tirana am SOS-Kinderdorf an. Allerdings war es schon so spät (gegen 19 Uhr), dass wir nur noch vor verschlossenen Türen standen und uns der Wachmann auch nicht weiterhelfen konnte. Der Termin zur Übergabe der zahlreichen Hilfsgüter, die wir gesammelt hatten, wurde also kurzerhand auf den nächsten Vormittag verschoben. Zwischen 11 und 16 Uhr ist es möglich, die Kinder zu treffen und so fuhren wir gegen 11 Uhr auf den Parkplatz des Kinderdorfes und fingen nach einer kurzen Begrüßung an, die Spenden auszuladen. Aufgrund des unbeständigen Wetters sammelten wir alles in einem Begrüßungsraum. Die Aktion wurde koordiniert von Maria und Elsa vom SOS-Kinderdorf. Mit dabei war Herr Lubczyk, 1. Kanzler der deutschen Botschaft, der durch seine Anwesenheit den Charitygedanken unserer Rallye unterstützen wollte.

Nachdem der offizielle Teil samt Fotos für die Sponsoren und die Formalien für die Annahme der Spenden vom Kinderdorf erledigt war, wurden wir zu einer kleinen Führung durch die Anlage eingeladen. Zwischenzeitlich waren die Kinder im Alter von 5 bis 15 aus der Schule heimgekommen und bevölkerten die Anlage. Das Konzept des Kinderdorfs ist einfach: Kinder, die in der eigenen Familie Probleme haben, kommen auf das äußerst gut gelegene Gelände in eine von 13 Familien. Dabei wird darauf geachtet, dass leibliche Geschwister zusammen bleiben. Eine Familie besteht aus bis zu 5 Kinder, einer Tante und einer Mutter. Die Mutter war entweder nie verheirate oder hat ihre eigene Kinder bereits groß gezogen. Sie bleibt dauerhaft bei den Kindern, nur an Feiertagen oder in den großen Ferien sind die Kinder nicht bei ihr. Die Tante ist nur tagsüber bei der Familie und unterstützt die Mutter. Bis in wenigen Jahren soll zu den Familien auch ein Vater hinzustoßen, allerdings gibt das die albanische Gesetzgebung wohl noch nicht her.

Wir dürfen auch eine Familie in ihrem Haus besuchen. Hier wohnen ein 14-jähriges Mädchen, zwei Brüder im Alter von 8 und 15 und ein jüngeres Schwesternpaar zusammen mit einer Mutter. Das geräumige Wohnzimmer ist schön eingerichtet und super aufgeräumt, es hat alles, sogar einen Fernseher. Die Kinder sind total nett und interessiert, es ist keine Spur davon zu sehen, dass es sich hierbei um die schwierigsten Kinder Albaniens handelt. Auch die Küche und die Kinderzimmer sind makellos. Sogar die Angestellten werden neidisch, wie die Kinder im Vergleich zu ihren eigenen Kindern hier aufwachsen.

Neben den 13 Häusern gibt es auf dem Gelände auch einen Sportplatz und ein großes, u-förmiges Gebäude, das für die Einschätzung der Kinder, Seminare und Schulungen genutzt wird. In der Mitte ist ein Amphitheater mit Halle dahinter, das für Aufführungen und Filme genutzt wird. Bis vor kurzem waren auch eine Schule und ein Kindergarten angegliedert, allerdings entschied man sich dazu, die Kinder auf öffentliche Schulen zu schicken um sie nicht in einer zu behüteten Umgebung aufwachsen zu lassen. Das Schulgebäude wurde an eine staatliche IT-Schule übergeben mit der Anforderung, dass 20% der Plätze an Kinder mit ausgezeichneten Leistungen aus dem SOS-Kinderdorf gegeben werden.

Leider mussten wir dann auch schon weiter, da wir noch 1100 Kilometer bis Istanbul vor uns hatten. Trotzdem hat uns der Besuch überrascht und inspiriert. Wir sind komplett überzeugt, dass die großzügigen Spenden, die wir mitgebracht haben, sicherlich in besten Händen sind.






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2 Kommentare zu diesem Eintrag

brommer
16.05.2017 um 22:54

Das finde ich gut.die Kinder segnen euch
Flutura
16.05.2017 um 23:01

So lovely reading your blog-post about the visit and impressions you had in SOS Albania! :)

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