Umarmungen und Gourmetfreuden

17.05.2017 | Usak, Türkei


Am heutigen morgen war die Abfahrt um 8.15 Uhr an unserem Fahrerlager, dem Parkplatz einer Schwimmhalle. Mit funktionierender Polizeieskorte wurden wir zu einem Lokal geleitet, wo ein herrliches Frühstücksbüffet mit einer großen Auswahl an türkischen Spezialitäten auf uns wartete. Anschließend richtete der Bürgermeister von Balikesir seine Worte an uns, was durch eine beachtliche Anzahl an Kamerateams festgehalten wurde. Der anschließende Autokorso durch die Stadt wurde wieder mit Polizeieskorte durchgeführt, was immer ein witziges Erlebnis ist. In diesem Fall diente es wohl dem Wahlkampf des Bürgermeisters… wenn es hilft. Die Partei, für die wir Werbung gemacht haben, konnten wir allerdings nicht ausmachen. Es mag an der kleineren Stadt gelegen haben, aber der Korso funktionierte dieses Mal erstaunlich gut. Das Problem beim Zusammenhalten der Kolonne sind weniger rote Ampeln, denn die werden konsequent ignoriert, sondern eher andere Fahrzeuge, die sich immer wieder in Auffahrten etc. in die Kolonne ordnen und die roten Ampeln entsprechend beachten.

Anschließend ging es auf die zweispurige Landstraße, auf der Phil noch unbedingt meinte seine Zähne mit Zahnseide bearbeiten zu müssen und dabei seine Sonnenbrille verlor. Auch ein erneutes Passieren der Stelle ließ diese leider nicht wiederfinden.

Weiter der Landstraße gefolgt, waren wir zur Mittagszeit in Akcay angekommen, dem Ort in dem wir ein Teil der Schulranzen, die wir in Oberstaufen eingesammelt haben, vor Ort Grundschülern übergeben sollten. Das Finden der Schule war allerdings nicht so einfach. Wir fragten mehrere Leute und alle waren sehr hilfsbereit. Schlussendlich setzte sich dank Hilfe eines Dolmetschers ein nicht englisch sprechender Polizist auf den Beifahrersitz des Zafiras und wies uns den Weg zur Schule.

Dort angekommen übergaben wir die Scout Schulranzen, die wir noch an der griechisch-türkischen Grenze mit ein paar weiteren Schulsachen versorgt hatten. Den von uns geschriebenen persönlichen Brief an den Schüler legten wir ebenfalls bei. Wir hatten zwei Schulränzen für Jungen bekommen, sodass wir diese entsprechend zwei Jungs übergaben, die sich beide sehr gefreut haben. Vor allem einer der beiden zeigte seine Dankbarkeit mehrfach mit Umarmungen und am Ende mussten „seine Helden“ in seinem neuen Block noch unterschreiben – sehr rührend. Ein weiterer Junge, der erst vor wenigen Monaten aus Österreich ausgewandert war, sprach uns in astreinem Österreichisch an und wir unterhielten uns noch eine Weile mit ihm und seiner Mutter. Auch die Schule haben wir uns natürlich noch von innen angeschaut – jedes Klassenzimmer war dort nebst Standardtafel mit einer digitalen Tafel ausgestattet. Ein Luxus, den es nicht einmal in deutschen Grundschulen gibt!

Nach einem kurzen Abstecher an die Mittelmeerküste, die leider an diesem Nachmittag sehr bewölkt und windig war, machten wir uns bald danach auf nach Usak, dem Ort des heutigen Camps. Wir hatten schon vorher festgestellt, dass unser chipgetunter Zafira ein Problem mit der Benzineinspritzung meldete und die Motorleuchte in wunderschönem Aprikot unser Armaturenbrett farbig verzierte. Nach kurzem Doublecheck mit Andre waren wir uns alle einig, dass der Fehler eher unkritisch ist und ab jetzt ignoriert wird – auch wenn wir das Gefühl haben, dass der Zafira seither nicht mehr so gut zieht.

In Usak angekommen haben wir glücklicherweise das Fahrerlager dank Eskorte von einem Fahrzeug des OKs sehr schnell gefunden. Im Sonnenuntergang wurde anschließend bei entspannter Runde unser Käsefondue genossen, was durch eine Flasche Weißwein abgerundet wurde. An diesem Abend wurden auch unsere Flüge nach Israel bestätigt und man gab uns die Information, dass auch die Flüge nach Frankfurt am 1.6. bereits gebucht sind – die Boardingpässe dazu gebe es im Laufe der Reise.

Nachdem unsere leuchtende 101 (unser Markenzeichen) mit einem ausgeliehenen Lötkolben wieder repariert war und das LED-Band beim Escort unter der verrutschten Kiste wieder in Ordnung gebracht wurde, setzten wir uns noch bis halb drei mit anderen Teams um ein Lagerfeuer und ließen den Tag entspannt ausklingen.






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