Vom Regen in die Sonne

08.05.2017 | Bled, Slowenien


Der erste Tag oder der Starttag war natürlich sehr ereignisreich für uns und eigentlich würden wir am liebsten schon im Bett liegen aber wir sind gerade um 22:30 noch am Fahren. Unser Ziel ist es nämlich über die österreich-slowenische Grenze zu kommen und dann in Bled zu schlafen. Um rechtzeitig in Istanbul einzutreffen und trotzdem noch ein bisschen von der Umgebung mitzubekommen, gilt es an unserer Streckenplanung festzuhalten.

Aber was ist denn heute überhaupt alles passiert? Gestern sind wir bei wunderschönem Regen in Oberstaufen eingetroffen. Trotzdem galt es alle Unterlagen und offiziellen Rallyeschilder zu besorgen. Da wir noch Kopien einreichen mussten, was uns aber nicht vorab mitgeteilt wurde, hieß es zunächst alle Unterlagen zusammen zu suchen und einen Ort zum Kopieren zu finden. Ein ortsansässiger Sportladen half uns zum Glück gerne und so konnten wir dies bewerkstelligen. Mit einem Stapel Werbeaufkleber und unseren offiziellen Rallyeschildern konnten wir am Abend unsere Autos offiziell kennzeichnen, sodass nun alle Autos eindeutig uns und der Rallye zuordenbar sind. Ansonsten bot das Rahmenprogramm typisch bayrisch in einem Bierzelt bei Bewirtung natürlich die beste Allgäuer Schlagermusik.

Heute Morgen waren wir bei Elke zum Frühstück eingeladen und anschließend hieß es warten bis zum Start. Nach Segenswünschen mehrerer Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften begann das große Drängeln, denn wir starteten nicht nach Reihenfolge unserer Startnummern, wo wir mit 101 recht spät dran gewesen wären, sondern einfach wer als erstes in der Reihe ist. Wir hatten Glück mit unserem Platz gehabt und konnten als circa 15. Team starten. Dabei wurden uns noch allerlei Flyer, Aufkleber und Schulranzen mitgegeben. Lang ging unsere Reise jedoch nicht denn wir hatten zwar unser Musikinstrument abgegeben jedoch kein neues bekommen. (Zur Erklärung: Traditionell bringt jedes Team ein Musikinstrument mit und dieses wir beim Start getauscht. Mit diesem muss dann in Israel das Kinderlied „Bruder Jakob“ vorgespielt werden.) Also wird sind zurück zu den Organisatoren wo sie uns ein Alphorn andrehen wollten. Nach viel Verwirrung hatten wir eine Flöte und eine Muschel in der Hand und haben geschaut, dass wir weg kommen. ;-)

Vor dem eigentlichen Start der Reise hieß es jedoch einen unserer Rosenstöcke zu pflanzen und unser Roadbook zu erkämpfen. Dieses sollte in der KIetteranlage gesucht werden, wobei auch hier der Regen uns ein wenig gestört hat. Nach längerem Suchen kam ein Mitarbeiter zu uns und erwähnte, dass wir genug gesucht haben und er es uns unten gibt. Naja das hätten wir uns sparen können. Die Genugtuung ist jedoch, dass alle Teams da durch müssen. Mit dem Roadbook ging es dann auf unsere Reise, denn an diesem Tag stand keine Aufgabe mehr an. Das hieß für uns fahren, fahren, fahren. Daran werden wir uns jetzt erstmal gewöhnen müssen, denn jeden Tag stehen 500-600 Kilometer, manchmal sogar mehr, auf dem Plan.

Bei anderen Teams gab es auch schon die ersten Verluste: Kaputte Bremsleitungen, fehlende Versicherungskarten oder Nägel in Reifen können einen dann kurz doch mal aufhalten. Wir sind zum Glück sehr gut durchgekommen und hatten ein Abendessen am Weißensee mit einem wunderschönen Sonnenuntergang. Hier galt es auch dann die eingepackte Ausrüstung mal zu testen. Unser Pfeffer ist leider schon leer aber ansonsten haben sowohl unsere Kameras als auch unsere Kochausrüstung gehalten was wir uns selbst versprochen hatten. Und nach ein paar Tagen bekommen wir dann auch noch die Routine dabei, alles wieder in die letzten Winkel vom Auto zu verstauen.

Vom Weißensee aus führte uns schließlich eine steile Passstraße mit 18% Steigung in abenteuerlicher Manier bis zum Wurzenpass hinauf, der gleichzeitig die österreichisch-slowenische Grenze darstellt. Dass es schon dunkel war, machte diese Fahrt noch außergewöhnlicher. Von dort wieder bergab, war unser Ziel Bled in Slowenien, da wir uns hier einen schönen See zum Frühstücken erhoffen. Diesen erreichten wir nach einer weiteren Stunde Fahrt um Mitternacht. Bei den mit Schlaglöchern übersäten slowenischen Nebenstraßen leisteten uns auch die von uns montierten LED-Scheinwerfer große Dienste, da die Ausleuchtung mit ihnen um ein vielfaches besser war, als mit den ursprünglich eingebauten Lichtern. Einmal angekommen, stellten wir unsere Fahrzeuge nur noch ab und gingen direkt ins Bett.

Vielen Dank nochmal für die Unterstützung von allen die beim Start da waren oder an uns gedacht haben und uns generell unterstützt haben. Wir sind mal gespannt was die nächsten Tage uns bringen und freuen uns auf unser Abenteuer!






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2 Kommentare zu diesem Eintrag

Reinhard
08.05.2017 um 06:02

Wünsche euch viel Glück, Spaß und erlebnisreiche Tage bei dieser Rallye! Bin in Gedanken bei euch. Grüße aus Südamerika (auch regnerisch, aber 30 Grad ...)! Reinhard
Till
08.05.2017 um 08:50

Tolle Beschreibung des ersten Tages! Wir fiebern aus Deutschland mit! Ihr habt die Autos wirklich toll hergerichtet - bis auf die Dachbox vom Mondeo.... Sieht zwar toll aus aber wenn die jemand vom IAG sieht... :D Ich wünsche euch ganz viel Erfolg! Grüße, Till

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