Von Nägeln und Strandpartys

19.05.2017 | Side, Türkei


Nachdem wir den gestrigen Abend bis in die frühen Morgenstunden gemütlich haben ausklingen lassen und die Abfahrt heute erst um 14 Uhr terminiert war, haben wir die Chance genutzt und unseren Körpern viel Schlaf gegönnt. Phil und Carsten haben gegen 9 Uhr mit einer kleinen Jogging-Runde ihr Sitzfleisch mit frischem Blut versorgt und dabei zugleich die wunderschöne Gegend erkundet. Dalyan zeigte sich trotz nächtlichem Regenschauer am Morgen von seiner besten Seite: blühende Granatapfelplantagen, eine palmengesäumte Uferpromenade samt verzierter Ausflugsboote und die Aussicht auf die steinernen Gräber von Dalyan ließen uns schnell die Strapazen der Rallye vergessen und hauchten uns Urlaubsstimmung ein. Der bis jetzt wohl schönste Stellplatz für unsere fahrbaren Untersätze direkt am Wasser zentral in der Stadt tat sein Übriges.

Nach einer herrlichen Dusche für 5 TL (Teelöffel), gemütlichem Frühstück in der Sonne, dem Waschen einiger Klamotten und einer kurzen Flugeinlage mit der Drohne ging es dann gegen 14:30 Uhr an den Start. Nach der üblichen (diesmal kurzen, aber perfekt durchgeführten) Polizeikolonne fuhren wir zusammen mit den Teams Fehlzündung, meh. und Charity-Explorer zum nächsten Reifenhändler, da die Straßen der letzten Tage viele Tribute gefordert hatten.

Nach einigen Minuten des Suchens konnte schließlich auch der Besitzer des Reifenhandels ausgemacht werden und nach und nach wurden insgesamt 5 Reifen wieder auf Vordermann gebracht. Unser zerfetzter Reifen, den wir damals auf der Gegenfahrbahn haben liegen lassen, wurde durch einen gebrauchten ersetzt. Aus dem am Vorabend getauschten, platten Reifen wurde ein ca. 5 cm langer Nagel gezogen und der Reifen geflickt. Nach einigen Problemen beim Zerschneiden der Überreste des zerfetzten Reifens meinte der Händler nur trocken: „Ahhh, not made in China! Made in Germany! Good quality!“. Dies sorgte natürlich bei uns für gute Laune. Zwischenzeitlich war der übliche, diesmal wirklich hervorragende Cay auch schon von einem kleinen Jungen vorbeigebracht worden. Spontan wurde ihm ein Ball in die Hand gedrückt und ein weiteres strahlendes Kinderlächeln war gewonnen. Kaum eine Stunde auf der Route nach Antalya, zerfetzte es den Reifen des BMW von Team meh., sodass wir zu einer Zwangspause gezwungen wurden. Der Rest der Route verlief jedoch ohne weitere Herausforderungen an der eindrucksvollen türkischen Südküste. Leider brach durch den späten Start schon bald die Nacht herein.

Endlich in Manavgat angekommen zeigte sich, dass wir am Abend im total deutschen Touristenviertel gelandet waren. Englisch spricht hier so gut wie keiner und auch alle Schilder sind auf Deutsch. Warum wir als eine Rallyeteilnehmer hier halten müssen, fragen wir uns auch nicht zum ersten Mal, aber immerhin hatten wir dadurch Toiletten und Duschen. Was sich hier auch wie schon in anderen Teilen der Türkei zeigt, ist die Lage des Tourismus. Fast keine Leute sind unterwegs, die Restaurants und Hotels sind leer, wie es sich auch schon in Dalyan mit dutzenden leer herumliegenden Booten gezeigt hat. Es zeigt wie sehr die Branche hier leidet.

Am Abend stand noch eine vom Organisationskomitee geplante Strandparty an. Wir kamen erst nach Mitternacht an und erfuhren, dass diese bereits vorbei war. Naja irgendwie erwartet man da was Anderes. Wer sich noch auf den Beinen halten konnte, nahm noch vor dem Schlafengehen ein Abendessen zu sich.






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