Von Reise zu Urlaub

27.05.2017 | Totes Meer, Jordanien


Die Erzählung beginnt heute mal wieder mit den Erlebnissen des Morgens: Vor dem Frühstück gab es im Hotelzimmer noch ein paar administrative Dinge zu erledigen – soweit man das im Urlaub als solche bezeichnen kann. Nebst Bilder sortieren haben wir uns auch dem Roadbook gewidmet, in das wir die am Vorabend ausgedruckten Bilder zum Großteil eingeklebt haben. Nach dem folgenden Frühstück haben wir unsere Pferde wieder abfahrbereit gemacht, um uns nach dem Checkout auf den Weg zu machen.

Gegen 13:00 Uhr fanden sich alle Teams bei der Mercedes Benz Niederlassung Amman wieder. Der Grund des Besuchs des Parkplatzes war von unklar über sinnlos bis lächerlich, denn der Eintritt in das Gebäude selbst wurde uns durch den Sicherheitsdienst verwehrt. Wir vertrieben uns also die Zeit auf dem Parkplatz. An dieser Stelle sei an die Logosprühaktion des Teams „Sterne des Morgenlandes“ auf der Fähre erinnert, die nahezu jede Motorhaube mit ihrem Logo verziert haben. Wir motivierten also mehrere Teams und die herumspringenden Kinder, drückten jedem ein paar von unseren zahlreichen Werbeaufklebern in die Hände und im Nu waren sämtliche Scheiben ihrer Mercedes-Benz zugeklebt. Nachdem zu viel Langeweile auf dem Parkplatz zu viele Ideen produziert, wurde Wilfried, dem Rallyehauptorganisator, noch eine kalte Dusche verpasst und das Lenkrad seines Sportwagens mit den Überresten unseres Zafirareifens verziert.

Nach dem überragenden Parkplatzstopp durften wir uns wieder auf den Weg machen. Am Tag vor dem Ramadan stand für uns noch ein Einkauf auf dem Programm, denn unsere Wasservorräte waren zu Neige gegangen und das Auswärtige Amt rät dringendst davon ab das Leitungswasser hier zu trinken. Um genau zu sein raten sie auch davon ab das Leitungswasser nur zum Zähne putzen zu verwenden… aber soll man sich nach dem Duschen noch mit Trinkwasser übergießen??...

Im Anschluss schwangen wir uns in Richtung Mount Nebu. Die direkte Route zum Hotel wären nur 80km Landstraße gewesen, weswegen das OK uns diesen kleinen Umweg über Serpentinenstraßen empfahl. So führte uns die Route bis knapp vor das Tote Meer bei -300m zum Mount Nebu hoch auf +500m. Oben befindet sich die Grabstätte Mose, die wir uns kurz anschauten. Der anschließende Smalltalk mit mehreren Tourist Police Officern legte deren großes Interesse an unseren Autos an den Tag. Sie kannten die Rallye aus den letzten Jahren und wussten genau, dass wir die Autos nachher verschenken. So wollten Sie uns Radios, Ersatzreifen usw. abkaufen, was wir allerdings ablehnten, da wir unsere Musik eigentlich ziemlich feiern und noch immer für Reifenpannen vorbereitet sein wollten.

Da nach einem kleinen Snack die Zeit bereits fortgeschritten war, entschieden wir uns dazu, eine längere Bergstraßenalternative zu umgehen und einen direkteren Weg zum Mövenpick Resort ans Tote Meer zu fahren. Die Küstengegend ist dort ausschließlich touristisch geprägt. So ist die Hauptstraße zu beiden Enden mit Checkpoints ausgestattet. Da wir nicht das erste Team waren, wurden wir dort bereits mit der Frage: „Rallye Team? Alemanya?“ begrüßt. Das Hotel selbst war eine wunderschöne luxuriöse Touristenanlage mit vielen kleinen Einzelhäusern, die jeweils etwa ein Duzend Zimmer umfassten. Wir beeilten uns, um noch vor dem Sonnenuntergang die Möglichkeit zu nutzen ins Tote Meer zu springen. Die obligatorische arabische Zeitung zum Lesen im Meer hatte Phil bereits am Morgen im Hotel mitgenommen und so informierten wir uns liegend über die Neuigkeiten in der Welt. Das Tote Meer ist definitiv ein faszinierendes Erlebnis, man schwebt quasi an der Wasseroberfläche, riesen Steine lassen sich superleicht anheben und Brustschwimmen ist quasi unmöglich, da die Beine aus dem Wasser gehoben werden; jeeeeez hat das Ding Auftrieb, da wird jeder A380 neidisch. Wir waren jedenfalls alle beeindruckt, da keiner von uns den Effekt so stark vermutet hatte. Auch der Salzgehalt überraschte: Natürlich wurde das Wasser probiert – es war so salzig, dass es fast bitter schmeckte. Der ein oder andere musste trotz Warnschild die Erfahrung von Meerwasser im Auge machen – das brannte wie 101 Nadelstiche.

Rallyetypisch gingen wir nach dem Erlebnis schnell Duschen, um den Sonnenuntergang über Israel in seiner Gänze von der Poolterrasse aus bewundern zu können. Etwa gegen 8 Uhr am Abend gingen wir zum Abendessen vom Büffet. Für 12,5 Dinar amerikanisch typisch exklusive Steuern schlemmten wir uns durch die Leckereien. Ein kleiner Stressfaktor blieb allerdings, denn das Roadbook sollte bis 22:30 Uhr abgegeben werden und nebst ein paar Bildern, die es noch einzukleben galt, fehlte uns die Rube Goldberg Maschine; ein Aufbau, der in vielen sinnlosen Schritten eine Aktion am Ende ausführt. Nach eineinhalb Stunden Tüftelei haben Carsten, Toby und Phil folgenden Aufbau erfolgreich fertiggetüftelt: Ein Kanister verlor Wasser auf der einen Seite des Autos, sodass das Gegengewicht auf der anderen Seite nach unten ging. Dabei kam eine Schnur, die einen Teppich auf der Windschutzscheibe zusammengerollt hielt, einem Feuerzeug so nahe, dass dieser sich irgendwann abrollen konnte. Im Teppich war ein Ball, der nach dem Abrollen über Windschutzscheibe und Motorhaube rollte und einen Wasserkanister umwarf, der wiederrum zwei Ballons festgehalten hatte, die im Anschluss in die Luft flogen. Im siebten Versuch wurde unser Ablauf im LED Scheinwerferlicht auf dem Parkplatz des Hotels unter Beobachtung von anderen Teams und Parkplatzwächtern unter Applaus endlich erfolgreich abgeschlossen.

Nach der Abgabe des Roadbooks setzen wir uns bei Whiskey-Cola noch gemütlich auf eine der an den Zimmern befindlichen Terassen und ließen den Abend bis „nur“ 1 Uhr ausklingen, denn am nächsten Morgen sollte es (sehr!) früh losgehen.






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2 Kommentare zu diesem Eintrag

brommer
27.05.2017 um 09:00

Gute fahrt
mama,30.5.17,21.oo
30.05.2017 um 21:05

gute fahrt am ende des großen abenteuers.gott schütze euch.wo seid ihr jetzt-konnte heute keinen eintrag finden,das wüsten-camp muß ja total einsam ,aber toll gewesen sein.

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