Zurück in die Sonne

21.05.2017 | Jaffa, Israel


Der Wecker klingelte heute Morgen planmäßig um 4 Uhr – an dieser Stelle sei erwähnt, wer unbedingt bis Mitternacht Karten spielen muss ist selbst Schuld ;)

Das anschließende Frühstück war im Gegensatz zu dem katastrophalen Service am Vorabend einem Viersternehotel angemessen und mit reichlich Auswahl. Richtig genießen konnten wir das allerdings nicht, denn unser Busshuttle fuhr nach türkischer Zeit pünktlich mit 10 Minuten Verspätung um 04:40 Uhr zum Flughafen von Adana. Dort angekommen, mussten wir beim Betreten durch die erste Sicherheitskontrolle, konnten uns danach unsere Boardingpässe holen, nur um nach der Passkontrolle ein weiteres Mal durch eine Sicherheitsschleuse gelotst zu werden. Im anschließenden Duty Free-Bereich gab es zwar eine große Auswahl, jedoch nur an Alkohol und Zigaretten, zu kaufen. Getreu dem Motto „Safety First“ folgte abermals eine Sicherheitskontrolle, bei dem uns nun auch noch die Taschen von Hand durchsucht wurden und etwa 50% aller mitgenommenen Duschbäder und Sprühdeos abgenommen wurden.

Kurz nach 7 Uhr hob unser Charterflieger ab, eine 737-800 von SunExpress vollgepackt mit verrückten Leuten, die nach Israel gebracht werden wollten. Wie für die Billigairlines typisch gab es Snacks und Getränke gegen Bares zu erwerben. Phils Nebensitzer war mit seinem Iphone mit allen navigationstechnischen Mitteln ausgestattet. So wurde die Flugroute stets mit Kompass und Google Maps samt GPS-Unterstützung verfolgt. Es ging gut 20 Minuten von Adana nur nach Westen – der Abstand zum syrischen Luftraum wird hier wohl der Grund gewesen sein. Nach etwas mehr als 40 Minuten Flug meinte er auf einmal: „Wir fliegen nach Norden“ – was bei einer eigentlichen Südostflugrichtung nicht wirklich viel Sinn machte. Kurz darauf kam dann auch die Gewissheit aus dem Cockpit: Wir müssten zurückfliegen nach Adana, nachdem uns der israelische Luftraum keine Freigabe zum Einfliegen gegeben hat. Also ging es die ganze Strecke wieder zurück – die meisten nahmen die Ungewissheit eher mit Humor als verärgert; es half ja eh nichts. Warum wir nicht einfach kurz in Zypern gelandet sind, steht in den Sternen.

In Adana wieder angekommen kam die Ansage, dass wir das Flugzeug nicht verlassen sollten, da wir wieder vollgetankt würden und unser Flugzeug erneut Kurs auf Israel nehmen würde. Long story short: Im zweiten Versuch klappte alles ohne Probleme und wir landeten nach der planmäßigen Flugdauer von etwas mehr als einer Stunde in Tel Aviv. Amen.

Jetzt bleibt natürlich die Frage: „Und wer ist Schuld dafür???“. Am Ende stellte sich wohl tatsächlich ein Fehler des Kapitäns heraus, der vergessen hatte ein Codewort mit auf die Reise zu nehmen, das nötig ist, um in den israelischen Luftraum eindringen zu dürfen… Ba dum tzzz

Danach ging es im Pauschalreisegruppenstil weiter vom Flughafen zum Zug, von wo uns ein Linienzug nach Haifa an den Hafen brachte. Wer nun glaubt, jetzt stand nur noch Abladen an, liegt falsch. Auch unsere Verspätung dank doppelter Flugstrecke kompensierte die Geschwindigkeit der Fähre nicht, sodass wir noch einige Stunden warten sollten, bis die Fähre anlegte.

Nach einer Stunde Wartezeit, die wir uns unter anderem mit dem Abarbeiten von Rallyeaufgaben vertrieben, kam unsere Fähre mit den Autos endlich in Sicht. Wir atmeten erleichtert auf, da sie anscheinend nicht nochmals zurückfahren musste. Eine halbe Stunde später hatten wir dann auch Gewissheit, sie lag im Hafen und wir wurden nach und nach mit einem Shuttle zu unseren Autos gefahren. Nach der erneuten Kontrolle der Autos diesmal durch den Israelischen Zoll und einer Sicherheitsfirma konnten wir uns endlich wieder auf den Weg machen. Mittlerweile war es auch schon später Nachmittag und wir hatten das Gelände ja nicht verlassen dürfen.

Eine unangenehme Überraschung zeigte sich auf unseren Autos nach der Fähre. Ein anderes Team fuhr auf der Fähre mit, da im Flugzeug kein Platz gewesen wäre. Dieses lackierte unter anderem auf die Motorhaube unseres Focus und unseres Zafira ihr Logo. Unser Markenzeichen, die blau leuchtende 101, wurde dabei auch sabotiert. Wir waren dabei nicht die einzigen die es traf. Was man dabei wissen muss, ist, dass zwischen den Teams öfters kleine Fehden ausgetragen werden. Jedoch sind das normal keine bleibenden Sachen. Da es mehrere betroffene Teams gibt, hat sich gegen dieses eine Team ein wenig eine Allianz gebildet und sie werden es zurückbekommen. Wir versuchen außerdem natürlich die Farbe wieder zu entfernen, was aber ein wenig dauern kann. Also falls ihr auf manchen Fotos ein schwarzes Logo seht, wundert euch nicht.

Endlich unterwegs, stoppten wir bei dem anscheinen besten Houmous-Laden von Israel um uns unser Abendessen zu besorgen. Bis dieses jedoch am Zielort verspeist werden konnte, galt es zunächst die Alexander Brauerei zu suchen. Einer unserer Rallye-Aufgaben war Bier aus unseren Heimatorten mitzubringen und vor Ort gegen lokales zu tauschen. Gesagt getan, brachten wir zwei Bier aus dem Norden für unsere Nordlichter und vier Bier aus dem Süden mit. Interessant war all die unterschiedlichen Bier der anderen Teams auch in Augenschein zu nehmen. Zu dokumentarischen Zwecken gab es noch ein Foto mit der Bedienung, der es manchen im Team angetan hatte.

Kurze Zeit später ging es dann weiter Richtung Jaffa, einem Vorort von Tel Aviv. Wobei man eher sagt das alte Tel Aviv, da Jaffa schon vor Tel Aviv existierte, wenn man sich auf die Bibel bezieht anscheinend schon seit der Sintflut. Der Weg gestaltete sich noch ein wenig schwierig, da viele Schnellstraßen sich kreuzen und man immer aufpassen muss, nicht auf die Autobahn zu gelangen, die ja weiterhin für uns verboten ist zu benutzen. Gleichzeitig das Ganze mit Papierkarten zu meistern ist dann doch Recht aufwendig. Mit vielem Raten auf welcher Straße man eigentlich gerade ist, kamen wir dann doch am altem Hafen an und freuten uns direkt über unser Abendessen. Houmous selbst ist ein Kichererbsenpaste, in die man einfach Brot dippen kann und welche vor allem in den südlichen Ländern äußerst beliebt ist.

Um einerseits unsere Rallyeaufgaben für den Abend noch zu absolvieren und anderseits die Zeit zu nutzen ein wenig die Altstadt zu sehen, machten wir uns dann auch auf den Weg und liefen durch kleine Gassen und Parks. Dies war für mehrere so wie man sich Israel selbst vorstellt. An der Küste konnte man auch einen schönen Blick auf Tel Aviv selbst werfen. Zum Abschluss setzten wir uns noch in eine kleine Bar in der wir eine Shisha rauchten. Nachdem die Hälfte des Teams schon Richtung Autos und somit Richtung Bett verschwunden waren, wurden Phil, Jani und Toby noch zu einer kleinen geselligen Runde in der Bar eingeladen. Wir unterhielten uns mit unseren Gastgebern und lauschten ein paar Liedern, die wahrscheinlich Volkslieder waren, da jeder sie mitsingen konnte. Wir verstanden nichts davon, was diese aber auch nicht davon abhielt uns zum mitklatschen oder mittanzen aufzufordern. Nach 2 Uhr verließen wir auch die Bar und fielen ins Bett.






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